Was ich mir so ansehe

Was ich mir so ansehe

documentariesHabe ich schonmal erwähnt, dass ich großer Fan von Dokumentarfilmen bin? Es müssen jedoch echte Dokumentationen sein und keine gescripteten Pseudo-Dokus, wie man sie im Fernsehen zu sehen bekommt. Das Problem ist nur, dass viele Werke so trocken geschrieben sind, das keine Emotionen, keine Story rübergebracht wird. Oft werden zwei Stunden nur Fakten aneinandergereiht, die im schlimmsten Fall noch mit streng wissenschaftlichen Flow-Charts oder Balkendiagrammen untermalt werden. Kein Wunder, dass dafür keiner ins Kino geht. Heute möchte ich euch jedoch ein paar Ausnahmedokus der letzten Jahre vorstellen, die meiner Meinung nach genau das verkörpern, was eine Dokumentation sein sollte.

Messies, ein schönes Chaos

Messis sind momentan das große Thema der deutschen Fernsehlandschaft und viele Sender kümmern sich um die vermeintlich zurückgezogenen, kranken Menschen, die nicht in der Lage sind, ihre Wohnung ordentlich zu halten, im Dreck versinken und stinken. Der Dokumentarfilm “Messis, ein schönes Chaos” hingegen versucht, ein ganz anderes Bild zu vermitteln, konzentriert sich auf die Menschen und nicht auf das Chaos in ihren Wohnungen, dass übrigens nur halb so schlimm aussieht wie bei den “Messihelfersendungen”. Da ist zum Beispiel Karl, der passionierte Bühnenbilder, der seinen Job vielleicht ein wenig zu ernst nimmt, denn sein Haus ist völlig vollgestellt mit alten Kulissen, Requisiten und allerlei Dingen, die er für seine Arbeit benötigt. Natürlich ist das schlimm, weil er sich kaum durch die eigenen vier Wände bewegen kann und auch seine Ehe geht langsam zu Bruch, aber es ist weit entfernt von dem Image, dass die Messis aus dem Fernsehen haben. Auch der Technikfreak Thomas ist ein Messi, aber wenn man seine Wohnung betritt, würde man das kaum vermuten, denn seine wahren “Schätze” versteckt er in der Garage, wo sich meterweise alte Transistorradios, Platinen und Technikbauteile stapeln, die er zum basteln benutzt. Zwei Stunden lang geht der Film mit den Messis auf Tour durch ihr eigenes Chaos, zeigt Aufräumaktionen und die Geschichte hinter den gesammelten Teilen, allerdings hat man dabei nie das Gefühl, dass diese Menschen verwahrlost oder gar verrückt sind.

Kings of Cannabis

Arjan Roskam ist der “König des Cannabis”. Diesen Titel hat er sich selbst gegeben, nachdem er zum 38. Mal den Cannabis Cup in Kolumbien gewonnen hat. Er ist Besitzer der “Greenhouse Coffeeshops” und der “Green House Seed Company”, die trotz ihres Außenseiterstatus in den Niederlanden zu den profitabelsten Firmen des Landes gehören. “Kings of Cannabis” dreht sich um eine Reise zu den entlegensten Winkeln der Erde, denn Arjan Roskam ist auf der Suche nach reinen qualitativ hochwertige Hanfsamen, die pur und ungezüchtet in der Wildnis der Natur überlebt haben. Seine Expedition nennt er “Strain Hunters” (Stammjäger) und er möchte der Welt zeigen, dass Cannabis überall auf der Welt überleben kann. Der Film zeigt zwar Arjan Roskam und seine Expedition, dreht sich aber mehr um die Pflanze selbst und die einzigartige Natur, in der sie es schafft zu überleben, fast ohne Wasser und Sonnenlicht oder an steilen Berghängen. Dabei ist jeder der sogenannten “Strains” anders, denn die Pflanze passt sich ihrer Umgebung an, bildet stärkere Äste oder größere Blätter. Die Pflanze ist sehr stark und kann auch außerhalb kontrollierter Umgebungen gezüchtet werden. Kings of Cannabis ist Natur, ist Bilogie und Portrait, insgesamt eine einzigartige Mischung, die man selbst bei Dokumentarfilmen nur selten sieht.

Artechock – Bulb Fiction

Die Glühbirne. Jahrelang stand sie für Fortschritt, ermöglichte elektrisches Licht und machte die Nacht zum Tag, ob drinnen oder draußen. Doch dann kamen die Gesetzgeber auf die Idee unsere liebgewonnene Glühbirne zu “verbieten”, einfach abzuschaffen und gegen die neuen “Energiesparlampen” zu ersetzen, die wie sich später herausstellte, gar nicht so viel besser waren, wie man immer behauptete. Genau darum dreht sich Bulb Fiction, ein zugegebenermaßen etwas trockenerer Dokumentarfilm, der aber ein interessantes Thema hat, das uns wohl alle interessiert. Wie kann es sein, dass andere Länder immer noch wählen dürfen, welche Lampen sie benutzen? Warum benutzen wir weiterhin Energiesparlampen, obwohl längst bekannt ist, dass sie nicht zwingend besser sind als unsere alten Glühbirnen und was haben Firmen wie OSRAM, Philips oder Megaman damit zu tun? Christoph Mayr hat mit Bulb Fiction einen Dokumentarfilm geschaffen, der viele Fragen beantwortet, die sich der Durchschnittsbürger wohl gestellt hat, die aber von der Politik nur unzulänglich beantwortet wurden.

 

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cedricinstenberg

 

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